Diese Karte rettet Leben !!!

Ein Horrorszenario: Ein Unfallopfer ist nach einem CrashRettungskarte_ADAC in einem Fahrzeug eingeklemmt und die Rettungskräfte kommen bei der Bergung nicht voran. Eine Rettungskarte kann die Ersthelfer unterstützen, schnell und erfolgreich die Unfallopfer zu bergen und damit Leben zu retten. Dank des genormten DIN-A4-Blattes wissen Feuerwehr und andere Rettungshelfer, wie sie ein Unfallopfer am schnellsten bergen können. Die Rettungskarte enthält alle sicherheitsrelevanten Daten zum Auto, informiert über die Struktur der Karosserie, die Lage technischer Komponenten wie Sensoren oder den Verlauf von Leitungen. So können die Helfer ausschließen, dass während einer Rettungsaktion ein Airbag ausgelöst wird oder eine Karrosserieverstrebung den Zugang erschwert.

Weil gefährliche Hochspannungskabel in Elektro- und Hybridautos nach einem Unfall die Rettung von Personen erschweren können, ist die Rettungskarte laut ADAC bei diesen Antriebsarten ganz besonders wichtig. Sie zeigt den Rettungskräften im Ernstfall, wo genau das Fahrzeug fachgerecht aufzuschneiden ist, ohne dass stromführende Leitungen durchgeschnitten werden. Sowohl für die Unfallopfer als auch für die Rettungskräfte kann das Datenblatt somit lebensrettend sein: Immerhin fließen bei Hybrid- und Elektroautos bis zu 600 Volt durch die Leitungen. Weil die Zahl der Hybridfahrzeuge steigt, wird die Rettungskarte immer wichtiger. Außerdem kommen jetzt auch die ersten Autos mit reinem Elektromotor auf den Markt. Für diese Hochspannungsfahrzeuge ist die Karte ebenfalls unentbehrlich. Auch beim Aufschneiden von gasbetriebenen Autos müssen die Rettungskräfte besondere Vorsicht walten lassen. Gasleitungen oder der Tank dürfen nicht getroffen werden.

Rettung dauert immer länger

Einen neuen Service hat Opel seit kurzem im Programm. Die Datenblätter können für 60 Modelle (ab Baujahr 1991) über alle Smartphones bezogen werden. Der mobile Service ist kostenlos in zehn Sprachen verfügbar unter www.opel-rescuecard.com. Wer übrigens glaubt, in einem Neuwagen gelingt die Bergung von Unfallopfern schneller, der irrt: Das Gegenteil ist der Fall, weil die Fahrzeuge in Sachen Crashsicherheit zugelegt haben. Das erschwert den Helfern den Zugang. Eine ADAC-Statistik belegt: Bei Unfällen mit Autos der Baujahre 1990 bis 1992 gelang es den Rettungskräften in 40 Prozent der Fälle, die Opfer in weniger als 50 Minuten zu befreien. Bei Fahrzeugen aus den Baujahren 2005 bis 2007 benötigten sie dagegen in 80 Prozent der Fälle länger als 50 Minuten zur Bergung. Umso wichtiger ist die Rettungskarte. Sie sollte am besten hinter der Sonnenblende verstaut werden. Beim ADAC gibt es einen zusätzlichen Aufkleber für die Windschutzscheibe der darauf hinweist, dass eine Rettungskarte an Bord ist.

Links zum Download der Rettungskarten aller Hersteller finden Sie beim ADAC oder bei der DEKRA.

Bald gibt es auch eine App für die Rettungskarten

Bei allen Neuwagen der Marken Mercedes und Smart sind die QR-Codes für die Rettungskarten seit Jahrebeginn serienmäßig aufgeklebt – und zwar an der Innenseite des Tankdeckels und im Bereich der gegenüberliegenden B-Säule. Um sich eine Rettungskarte per QR-Code anzeigen zu lassen, ist aktuell noch eine Internetverbindung nötig. Ab Mitte 2014 soll es nach Angaben von Mercedes eine App für den Offline-Zugriff auf diese Daten geben.

Die QR-Codes für Mercedes- und Smart-Modelle ergänzen ein herstellerübergreifendes System, das seit Februar vergangenen Jahres in Betrieb ist. Seither nämlich sind die Zentralen Leitstellen für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst berechtigt, mit Hilfe des Kfz-Kennzeichens alle für Rettungskräfte relevanten Informationen direkt aus dem Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg abzurufen.

Link für weitere Informationen unter: Mercedes-Benz

 

Quelle: AutoBild / Spiegel