Wohnhausbrand im Inselviertel

Datum: 3. November 2017 
Alarmzeit: 17:30 Uhr 
Alarmierungsart: Vollalarm (Sirene) 
Art: B3 - Mittelbrand  
Einsatzort: Norderneystr. / Cloppenburg 
Fahrzeuge: 14-11-10 (ELW 1) , 14-17-10 (MTW) , 14-23-10 (TLF 16/25) , 14-26-10 (TLF 24/50) , 14-28-10 (SLF) , 14-39-10 (DLA(K) 42) , 14-48-10 (HLF 20/16) , 14-49-10 (LF-L) , 14-52-10 (RW 2)  
Weitere Kräfte: Polizei, RTW (40-83-2), RTW (40-83-3) 


Einsatzbericht:

Am späten Nachmittag des 3. November geht in der Leitstelle Oldenburg der Notruf ein. Die Bewohnerin eines Hauses im Cloppenburger Inselviertel meldet, dass es in einem Kinderzimmer brennt. Kurz darauf wird die Feuerwehr Cloppenburg alarmiert. Die Kameraden machen sich auf den Weg zum Feuerwehrhaus, teils mit dem Rad teils mit dem Auto. Die Stadt ist voll und alle haben mit dem Verkehr zu kämpfen. Jeder bemüht sich, so schnell wie möglich zu sein.

Den gut 30 Männern und Frauen ist klar, wie sich ein Zimmerbrand entwickelt. Zunächst ist der Brand klein und auf den Gegenstand beschränkt, von dem alles ausgeht. Aber schon bald haben die Flammen soviel Wärme ausgestrahlt, dass sich auch andere Gegenstände entzünden. Schlagartig ist aus einem kleinen Feuer der Vollbrand eines Zimmers geworden.

 

So ist es auch, als das erste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Cloppenburg eintrifft. Das Kinderzimmer brennt lichterloh. Flammen schlagen aus den Fenstern im Obergeschoss. Im Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) hatten sich schon auf der Anfahrt zwei Atemschutztrupps klar gemacht. Trupp eins ist bereit, in das Obergeschoss zu gehen. Schlauch und Strahlrohr müssen mit, aber auch ein Bergetuch und Fluchthauben. Im ersten Moment ist nicht klar, ob alle Bewohner das Haus rechtzeitig verlassen konnten. Vier Personen haben sich beim Brandausbruch im Obergeschoss aufgehalten. Die Mutter und zwei Kinder stehen vor dem Haus, aber ein Jugendlicher wird vermisst. Durch den Flur konnte er nicht mehr flüchten. Als er die Zimmertür öffnet, quillt ihm dichter Rauch entgegen. Die Entwarnung kommt schnell. Der Junge konnte sein Zimmer durch das Fenster verlassen. Über das Garagendach hat er sich in Sicherheit gebracht.

 

Der Trupp geht nach oben und macht sich im Flur zum Löschangriff bereit. Trupp zwei steht zunächst als Rettungstrupp vor der Haustür in Bereitschaft. Später wird auch er nach oben gehen.

Der Brandraum liegt kurz hinter dem Treppenabsatz auf der rechten Seite. Flammen schlagen aus der Türöffnung. Das Türblatt ist zum großen Teil verbrannt, die Reste liegen auf dem Boden. Mit kurzen Wasserstößen löscht der Trupp den Eingangsbereich. Bevor sie weiter in den Raum vordringen, warten die beiden Männer den Löschangriff der Drehleiter ab. Mit einem starken Wasserstoß wird das Feuer so weit heruntergedrückt, dass der Angriffstrupp nur noch Restarbeiten vornehmen muss. Die Sichtbedingungen sind dafür aber noch denkbar schlecht. Lediglich eine Armlänge weit können die beiden sehen. Besser wird es, als ein großer Lüfter Frischluft in den Raum fördert. Der Lüfter steht vor der Haustür und baut einen konstanten Überdruck auf. Auf diese Weise werden die Rauchgase durch die Fensteröffnungen hinaus gedrückt. Schnell wird die Sicht besser. Jetzt kann sich der Trupp leichter orientieren und sicherer bewegen. Hier und da brennt es noch. Diese Stellen machen sie mit wenig Wasser aus.

 

Im Brandraum ist das Feuer gelöscht. Sorge bereitet der Einsatzleitung aber noch der Dachstuhl. Das Feuer war so intensiv, das man befürchtet, das Feuer könnte sich unter den Dachziegeln weiterentwickelt haben. Und tatsächlich, als von der Drehleiter aus das Dach geöffent wird, schlagen Flammen hoch.

 

Die Nachlöscharbeiten ziehen sich noch einige Stunden hin. Das Obergeschoss ist durch die Hitze und Brandrauch erheblich beschädigt worden. Die Bewohner hatten Glück. Eine Mutter und ihr Kind wurden zwar zur Überwachung ins Krankenhaus nach Vechta gebracht, konnten aber am nächsten Tag ohne Befund entlassen werden.