Generalversammlung der Feuerwehr Cloppenburg

Am Samstag sind wir zu unserer Generalversammlung bei Maria Rast in Bethen zusammengekommen. Für uns hat die Generalversammlung ungefähr den Stellenwert von Ostern und Weihnachten zusammen. Gut 80 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in Uniform, die ganze Jugendfeuerwehr und natürlich auch die Altersabteilung. Wir bleiben aber nicht unter uns, natürlich sind die Verwaltung und der Rat mit Abordnungen dabei. Wir sind ja als Feuerwehr schließlich ein Teil der Stadtverwaltung. Bürgermeister Dr. Wiese ist gesetzt, sein Stellvertreter Klaus-Dieter Ackmann und die neue Stadträtin Petra Gerlach waren auch dabei. Das erste Mal in 25 Jahren gefehlt hat Ordnungsamtsleiter Reinhard Riedel. Ein Australienurlaub haben wir als Entschuldigung gelten lassen.

Wir hatten einen großen Tisch für Gäste eingeplant. Da saßen die Vertreter vom DRK und dem THW, von den Johannitern, der Polizei und von den beiden Musikzügen der Wehr. Wir haben gerne Gäste und freuen uns sehr, dass die Eingeladenen zu uns kommen. Wir haben uns auch gefreut, dass die Zeitungen einen Reporter geschickt haben.

Bericht des Stadtbrandmeisters

Der Ablauf der Generalversammlung hat sich bewährt. Unser Stadtbrandmeister Horst Lade hält einen Rückblick auf das Vorjahr und stimmt uns auf das ein, was kommen wird. 2018 war ein ruhiges Jahr. 189 Einsätze, das ist zwar noch eine Menge, aber immerhin 100 weniger als 2017. Es gab keine Katastrophen oder Großbrände im Stadtgebiet. Neue Fahrzeuge gab es auch nicht. Wobei ich den neuen Generatoranhänger damit fast unterschlagen habe.

Der Ausblick auf 2019 und 2020 ist interessant. Das Feuerwehrhaus wird modernisiert und umgestaltet. Wir müssen wachsen, brauchen mehr Mitglieder und damit auch mehr Platz. Ganz wichtig ist Horst Lade der Aspekt der Trennung von Geräte- und Umkleideräumen. Heute ziehen wir uns hinter den Fahrzeugen um. Das ist nicht mehr zeitgemäß und auch nicht hygienisch. Freundlich mahnend wandte sich Horst Lade an die „Gremien“, in diesem Bereich bloß nicht zu sparen.

Wir steuern übrigens auf ein rundes Jubiläum zu. Die Jugendfeuerwehr ist dem Jugendalter schon lange entwachsen. Am 22. September feiern wir ihren 50. Geburtstag. Dieser Termin steht fest. Wann das nächste neue Fahrzeug kommt, ist dagegen noch unklar. Alle Hersteller haben reichlich zu tun. Unser auch. Es wäre sehr schön, wenn es noch vor der Pensionierung von Reinhard Riedel in Dienst gestellt werden könnte. Wir bekommen ein LF 10, das ist ein kompaktes Universaltalent für einen Großteil der Einsätze.

Torsten Kern bilanziert 2018

Unser Schriftführer Torsten Kern hat einen tiefen Blick in die Statistik 2018 geworfen. Der erste Einsatz des Jahres war eine ziemliche Schweinerei. Ein Gülletransporter hatte auf der Emsteker Straße Ladung verloren. Zusammen mit dem THW dichteten wir die Kanalisation ab. Kurios war die Suchaktion am 10. August. Ein vermisster Mann aus einem Seniorenheim fand sich nach langer Suche im Nachbarzimmer wieder. 14 Tage später mussten wir das Soestebad leerpumpen.

An dem Verlust des Dorfkrugs im Museumsdorf sind wir im Januar vorbeigeschlittert. In der Wohnung im Obergeschoss war ein Feuer ausgebrochen. Der Bewohner nahm Löschversuche vor und rettete sich nach draußen. Nicht zu retten war eine große Hütte mit Werkstatt und Holzlager im Pastorenbusch. Auch hier wurden wir vom THW unterstützt. Größere Brände fanden dieses Jahr nur in anderen Gemeinden statt. Wir waren in Garrel, Sage, Friesoythe und Gehlenberg.

Torsten berichtete von 92 Mitgliedern in der aktiven Wehr die zusammen 14.218 Stunden Dienst geleistet haben. 154 Stunden pro Kopf. Ich meine, das kann sich sehen lassen.

Die Nachwuchsabteilung

Bei der Jugendfeuerwehr läuft alles rund. Ein paar mehr Mädchen wären sicherlich wünschenswert, aber das kann ja noch werden. Jugendfeuerwehrwart Phillip Wehkamp konnte von gelungenen Aktionen und Zeltlagern berichten. Das vierköpfige JF Team hat uns im letzten Jahr übrigens vier Mitglieder in die aktive Wehr übergeben. Gute Leistung! Ende 2018 waren 15 Jungs und ein Mädchen in der Jugendfeuerwehr aktiv!

Eines hat mich nachdenklich gestimmt. In den letzten Jahren hat der Feuerwehrnachwuchs die Straßen beim Citylauf abgesperrt. Damit ist jetzt aber Schluss, obwohl die Jungs und Mädchen das immer gerne gemacht haben. Wenn aber unsere Jugendlichen von rücksichtslosen Autofahrern angegangen und durch ihre Fahrweise gefährdet werden, dann ist es Zeit, die Sache zu beenden. Sehr schade, aber konsequent.

Toto ist unzufrieden

Alterspräsident Toto Imsiecke ist mit dem vergangenen Jahr unzufrieden. Die Beteiligung ist zurückgegangen. Einige Mitglieder haben gesundheitliche Probleme und können an vielen Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen. Aber wenn man Toto so zuhörte, hatte man doch das Gefühl, dass die Altersabteilung noch recht aktiv ist.

Der Bürgermeister lobt seine Feuerwehr

Der Bürgermeister findet jedes Jahr die passenden Worte, um die Leistungen seiner Wehr zu würdigen. Die Taten dazu lassen sich jedes Jahr im Haushalt ablesen. Wir bekommen, was wir brauchen. Moderne Einsatzmittel und ein Fahrzeugpark auf der Höhe der Zeit, machen uns die Arbeit leichter. Für den Umbau bzw. die Erweiterung des Feuerwehrhauses wird die Stadt viel Geld in die Hand nehmen. Bewilligt sind die Mittel schon, jetzt können die Vorbereitungen beginnen. Stolz war der Bürgermeister darauf, dass sich die Stadt das auch leisten kann. Das wäre vor 20 Jahren nicht unbedingt der Fall gewesen, so Wiese.

Steile Aufstiege, lange Dienstzeit und ein leckeres Dankeschön!

Der Sternenregen ist immer der schönste Teil des Abends. Die Beförderungen und Ehrungen nehmen der Bürgermeister und der Stadtbrandmeister  gemeinsam vor. Hier werden aus Feuerwehrmannanwärtern „richtige“ Feuerwehrmänner (natürlich auch Frauen) und andere klettern eine Karrierestufe nach oben. Wir hatten eine kuriose Situation dieses Jahr. Vom Dienstgrad Feuerwehrmann / Feuerwehrfrau in den nächsten Dienstgrad wurden drei Frauen aber nur ein Mann befördert. Man könnte sagen, die Frauen setzen zum Überholen an. Wobei ich einschränken muss, das Verhältnis liegt bei 5 zu 87. Aber es finden immer mehr Frauen den Weg zu uns!

Es wurden befördert:

Vom Feuerwehrmannanwärter zum Feuerwehrmann:

Mathis Düwel, Linus Karg, Tim Schlömer

Zum Oberfeuerwehrmann / Oberfeuerwehrfrau:

Kristina Abshof, Insa Assmann, Christiane Flerlage, Phillip Ksinszyk

Zum Hauptfeuerwehrmann:

Steffen Lade, Jonas Leuschner

Zum Löschmeister:

Michael Tabeling

Zum Oberlöschmeister:

Andre Siemer

Ihr findet Gutscheine als Geschenk langweilig? Ich nicht. Zumindest nicht den Gutschein, den Stefan Abshof als Anerkennung und als Dank für sein zehn Jahre dauerndes Engagement als Gruppenführer bekommen hat. Ach so, der Gutschein kommt von unserem Stammlokal am Markt und reicht für ein leckeres Kotelett vom Grill und für kühle Getränke. So etwas steht bei uns hoch im Kurs. Stefan, vielen Dank für deinen Einsatz!

Hannes Moormann hat inzwischen vierzig Jahre Feuerwehrdienst auf dem Buckel. Dafür gibt es eine Auszeichnung vom Landesfeuerwehrverband. Die Würdigung durch den Bürgermeister kann man kurz zusammenfassen. Hannes ist ein guter Kamerad, sehr engagiert, hat sich regelmäßig fortgebildet und am Dienst teilgenommen. Er ist der Mann für den guten Ton auf dem Cityfest und derjenige, der sich zusammen mit Sohn Patrick akribisch um die Hydranten in Cloppenburg kümmert. In den 15 Jahren, die Hannes das jetzt macht, gab es keinen Hydrantenausfall im Einsatz. Das haben wir maßgeblich Hannes zu verdanken! 

Bericht des Kreisbrandmeisters

Keine Feuerwehr steht alleine in der Welt. Wir gehören natürlich dem Kreisfeuerwehrverband an. Einer der Kreisbrandmeister ist daher immer dabei, wenn wir unsere Jahresbilanz ziehen. Berthold Bäker aus Bevern brachte uns auf den neuesten Stand, was so um uns herum passiert. Das Land will das Feuerwehrgesetz ändern und dazu wurden Arbeitskreise eingerichtet. Wir sind gerade an fünf Arbeitskreisen beteiligt, nach dem Geschmack unseres Stadtbrandmeisters ist das mehr als genug.

Rouven zwischen Meute und Theke

Den Schlusspunkt des Abends setzte Rouven Nock vom Cloppenburger THW. Und was das für ein Schlusspunkt war! „Wer sich zwischen die Meute und die Theke stellt, muss schon ein bisschen verrückt sein“, so leitete Rouven sein Grußwort ein. Allgemeine Zustimmung zu dieser Feststellung. Verrückt war Nock aber nicht. Er hatte einen guten Plan. Ganz langsam umkreiste der THW Ortsbeauftragte sein Ziel. Die gemeinsamen Ziele. Die gute Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr. Das sei zum großen Teil dem Einsatz einer einzelnen Person zu verdanken. Eine Auszeichnung sollte es werden, das stand schnell fest. Bald wurde auch klar, wer gemeint war. Rouven Nock hatte dem THW-Präsidenten vorgeschlagen, unseren Stadtbrandmeister Horst Lade mit dem THW-Helferzeichen in Gold zu ehren. Nocks Begründung für die Auszeichnung fand ungeteilte Zustimmung. Ein besonderer Augenblick. Standing Ovations und ein bisschen Gänsehaut. Ein schöner Abschluss des offiziellen Teiles.