Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Stadt Cloppenburg von 1879

Als in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts der zur Stadtgemeinde Cloppenburg gehörende alte Ortsteil Krapendorf innerhalb von drei Jahren dreimal von schwersten Brandkatastrophen heimgesucht wurde, begann wie so oft nach derartigen Unglücken, ein intensives hinterfragen nach dem „Warum?“ und dem „Wieso?“.

Schnell war man sich einig, dass, außer den widrigen Umständen wie zum Beispiel die immer noch überwiegend mit Stroh bedeckten Häuser auf den viel zu dicht bebauten Grundstücken sowie die viel zu schlechte Wasserversorgung und Windrichtung, in erster Linie die ungeübten Mannschaften der Pflichtfeuerwehr die Hauptgründe waren. Das ist aus heutiger Sicht gesehen natürlich völliger Unsinn, ja sogar ungerecht, den Männern der damaligen Pflichtfeuerwehr so etwas vorzuwerfen, denn mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit waren solche gewaltigen Brände einfach nicht in den Griff zu bekommen! Wie sah es aber in Cloppenburg/Krapendorf von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Brandschutz aus?

Anfänge und Pflichtfeuerwehr:

Nach Errichtung der Cloppenburg 1296 lag bei Bränden in der eng bebauten Burg die Aufsicht und Befehlsgewalt bei den jeweiligen Burgvogten. Nachdem 1411 die auf dem ehemaligen Gelände der Vorburg entstandene Siedlung das Weichbildrecht und 1435 Cloppenburg vom Bischof von Münster das Stadtrecht verliehen wurde, übernahmen diese Pflichten der Bürgermeister und die Ratsmitglieder (Vorsteher). Im Wigbold Krapendorf verhielt es sich ebenso. Beide Gemeinden hatten eigenständige Brandanstalten und Mannschaften, die sich schon durch die Nähe der beiden Gemeinden immer gegenseitig aushalfen. Im Notfall waren alle Bürger verpflichtet mitzuhelfen. Das alte Wach- und Spritzenhaus der Stadt Cloppenburg stand bis zu seinem Abriss im Jahre 1848 an der Stadtkapelle, Ecke Osterstraße – Mühlenstraße. Hier wurden die städtischen Brandgerätschaften wie zum Beispiel auf Schlitten gestellte Wasserbottiche (Kupen ), Feuereimer, Brandhaken und Leitern untergestellt. Ebenso befanden sich hier die für die Abdeckung der Strohdächer benötigten großen Leinenlaken und vor allem, ab etwa 1720, eine auf einem Schlitten stehende Feuerspritze vom Typ „Jan von der Heyden“. Von diesem zentral gelegenen Gebäude, das schon einen Vorgängerbau hatte, wurde über einen langen Zeitraum vom städtischen Nachtwächter der Wachtdienst versehen. Im Brandfall musste er die Bevölkerung mit Brandhorn und Feuerglocke alarmieren.

1848 wurde ein neues, unmittelbar an der Amtshausbrücke in der Burgstraße stehendes Gerätehaus bezogen. Bis zur Überführung in das neue, in der Stadtmitte gelegene Rathaus beherbergte dieses Haus bis 1893 die städtischen Brandgerätschaften. Die Geräte sowie die um etwa 1780 gekaufte Brandspritze des Fleckens (Wigbold) Krapendorf befanden sich in der Nähe des Kirchturmes von St. Andreas, gegenüber der alten Schule, der heutigen Einfahrt “Rosengärten “.

Da es keine öffentlichen Brunnen in beiden Gemeinden gab, wurde die Wasserversorgung bei Feuergefahr in der Burgstadt durch die Burg- und Stadtgräben, in Krapendorf durch Wasserkuhlen gewährleistet. Die Dachbedeckung der in Fachwerkstil erbauten Gebäude bestand in Cloppenburg und Krapendorf überwiegend aus leicht brennbarem Stroh. Nur wenige Gebäude trugen Schiefer oder Dachpfannen. Dazu waren die Straßen schlecht, ungepflastert und durch allerlei Unrat und Misthaufen noch äußert beengt.

Bei diesen Verhältnissen war es unvermeidlich, dass Cloppenburg/Krapendorf immer wieder von schwersten Brandkatastrophen heimgesucht wurde. So zum Beispiel 1568 als in der Stadt acht Wohnhäuser vernichtet wurden. Oder in der Zeit des 30-jährigen Krieges, als in Cloppenburg 1623 bei einem großen Brand auch Teile der Burg/Schloss vernichtet wurden. Überaus erschreckend war der Brand 1637 in der Burgstadt, dem über 60 Gebäude zum Opfer fielen. Wie man nachlesen kann,“ (…) über die Hälfte der Stadt“. Dazu wurde 1638 Cloppenburg auch noch von der Pest heimgesucht. Obendrein hörten die Brandunglücke nicht auf, sodass die Stadt 1651 und 1660 wiederum mit 32 beziehungsweise 24 abgebrannten Gebäuden heimgesucht wurde. Als wenn das immer noch nicht genug war, entstand 1675 in der Stadt ein Schadenfeuer mit elf vernichteten Gebäuden. Die Angst ging um. Man konnte den schlimmen Schadensfeuern einfach nicht Herr werden.

Die Verantwortlichen in Cloppenburg/Krapendorf versuchten immer wieder die Fürstbischhöflich Münsterschen Feuerverordnungen und Erlasse durchzubringen. Es blieb aber vieles beim Minimum. Die überwiegend arme Bevölkerung war einfach nicht in der Lage mitzuziehen und die Erlasse umzusetzen. Dieses trifft vor allem bei der Umsetzung der traditionellen Strohbedachung zu. In alten Stadtrechnungen ist zu sehen, dass gerade nach Brandunglücken durch die Anschaffung von neuen Feuerleitern und Feuerhaken sowie durch den wiederholten Ankauf von Wasserkübeln (Eimern) versucht wurde, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Aber es nützte alles nichts.

Das folgende 18. Jahrhundert verlief genauso. 1716 wütete ein verheerender Brand im Bereich der heutigen Stadtmitte, der bis zur Soestenbrücke beidseitig alle Gebäude vernichtete. Annähernd 50 vernichtete Häuser, auch das Schloss wie die alte Burg, wurden dabei zerstört. Ebenso das Krapendorfer Tor und das alte Rentmeisterhaus. Nur einige Jahre später (im Jahre 1727) wurden in Krapendorf sämtliche Häuser östlich der St.-Andreas-Kirche ein Raub der Flammen. Der Cloppenburger Stadtmagistrat versuchte nach diesen erneuten schweren Bränden zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Organisation und Überwachung der Feuergerätschaften durch die Ernennung eines eigenen Stadtbrandmeisters im Jahre 1737 besser in den Griff zu bekommen. Die Hauptaufgabe dieses Herren bestand darin, die vorhandenen Stadtspritzen und Gerätschaften zu pflegen und in Stand zu halten, damit sie jederzeit einsatzbereit waren. Das war in der damaligen Zeit natürlich ein gewaltiger Schritt nach vorne, konnte aber nicht verhindern, dass bereits 1743 an der Krapendorfer Straße (heutige Lange Straße) bei einem Brand wiederum 14 Häuser vernichtet wurden. 31 Jahre später (1774) war es wieder die Osterstraße in Cloppenburg, die infolge der in Brand geratenen Hoffmannschen Oelmühle, beidseitig ein Raub der Flammen wurde. Wie der damalige Kaplan Niemann von Sankt Andreas 1872 schreibt: “ (…) wurde der Brand beim Haus der Witwe Kösters gelöscht, weil sich in dem Hause kein Stroh vorfand und die Pfannen in Kalk gelegt waren, wie ausdrücklich bemerkt wird“. Heute fragt man sich, wieso nicht alle Hausbesitzer die Verordnungen des Magistrats umsetzten. 1796 musste man wiederum in Krapendorf ein Schadensfeuer mit sechs zerstörten Häusern beklagen. Neben diesen “Großbränden“ wurde Cloppenburg/Krapendorf im 18. Jahrhundert aber auch noch von einer Vielzahl von “Kleinbränden“, bei denen es nur zu ein, zwei oder drei vernichteten Gebäuden kam, heimgesucht. Man braucht sich nicht zu wundern, dass die Männer der Pflichtfeuerwehr mit ihren ungenügenden Hilfsmitteln dabei immer schlechter wegkamen. Es fällt kaum auf, wenn sie es mal schafften, dass ein Haus nicht ganz abbrannte, wie zum Beispiel 1797 bei der St.-Andreas-Kirche als in “Schardingers Hause“ beim Kirchhof ein Brand ausbrach. Das Haus brannte halb (ostwärts) ab.

Es ist wenig von Leistung und Anerkennung in der vergangenen Zeit zu lesen. Aus heutiger Sicht gesehen kann man aber vor den Leistungen der damaligen Wehrkameraden, die sie bei “Kleinbränden“ vollbrachten, nur den Hut ziehen und mit dem größten Respekt ein großes Kompliment für ihre geleistete Arbeit machen. Fest steht: Es war mit den damaligen, völlig unzureichenden technischen Hilfsmitteln einfach nicht mehr zu erreichen. Die immer wiederkehrenden, schweren Brandunglücke bremsten die Entwicklung Cloppenburgs schwer. Wenn von Cloppenburg geredet wurde, sprach man schon von “Neubrandenburg”. Zum Glück machte sich jetzt mehr und mehr die schon im Jahre 1768 für das Fürstbistum Münster geschaffene “Münstersche-Feuerversicherungs-Gesellschaft” bemerkbar, der alle Hausbesitzer angehören mussten. Welch ein gewaltiger Fortschritt. Endlich war man bei Brandunglücken zumindest materiell abgesichert. Auch brachten die immer wieder herausgebrachten Verordnungen allmählich Besserung. Die Not der Bevölkerung steigerte sich aber zum Ende des 18. Jahrhunderts infolge der Kriege gegen Frankreich durch die Einquartierungen von durchziehenden Truppen erheblich.

Das 19. Jahrhundert brachte große Veränderungen. Cloppenburg/Krapendorf gehörten ab 1803 zum Großherzogtum Oldenburg und waren von 1811 bis 1812 vorübergehend Bestandteil des von Napoleon geschaffenen Kaiserreichs Frankreich. Auch bei der Brandorganisation bewegte sich etwas. Die Stadt Cloppenburg brachte 1815 eine neue Feuerlöschordnung heraus (die Gemeinde Krapendorf folgte erst  im Jahre 1826). Die Oldenburger Regierung förderte Handel und Handwerk und allmählich begann ein “zarter Aufschwung“ der 1822 in Krapendorf durch das Abbrennen von sechs Wohnhäusern jäh unterbrochen wurde. (Man muss sich vorstellen, dass in beiden Orten in der Regel zu jedem Wohnhaus zwei bis drei Gebäude, wie Werkstätten, Ställe oder Scheunen, dazukamen). Es war bei der Brandbekämpfung, trotz der bescheidenen Erfolge, immer noch vieles im Argen. Dieses muss man vor allen vom “Umgangston bei der Pflichtfeuerwehr“ so drastisch sagen. Der „Militärton “ beherrschte nun mal auch die Feuerwehr. 1834 entstand in Krapendorf wiederum ein schlimmer Brand mit fünf zerstörten Häusern und ein Jahr später in der Krapendorfer Straße (Lange Straße) wieder fünf Wohnhäuser. Die alte Burgstadt Cloppenburg und das Wigbold Krapendorf waren inzwischen schon lange in der Krapendorfer Straße (Lange Straße) zusammengewachsen. Für einen Fremden waren die beiden Gemeinden schon lange eins.

Fahne A neuPolitisch wurde dieser Zusammenschluss am 01. Juli 1855 durchgesetzt. Wie man lesen kann “(…) stand die Bevölkerung, besonders die Krapendorder, diesem mehrheitlich nicht sympathisch gegenüber”. Obwohl pro forma jetzt nur noch eine Pflichtfeuerwehr bestand, blieben beide Brandanstalten vorerst weiter bestehen und gingen nur langsam ineinander über.

Die Stadt Cloppenburg blieb danach über einen langen Zeitraum von schweren Bränden verschont. 1863 bekam Cloppenburg ein Krankenhaus. 1867 wurde sie sogar Garnisonsstadt. Die Freude darüber war groß. Die “2. Eskadron des Oldenburger Dragonerregiment Nr. 19” war in Cloppenburg gern gesehen, natürlich auch wirtschaftlich. 1869 wurde darüber hinaus auch die 3. Eskadron in die Stadt verlegt. Cloppenburg blühte in den folgenden Jahren auf. 1873 wurde die Stadtgemeinde ans Telegraphennetz angeschlossen. Aus dem gleichen Jahr wird erstmals wieder von einem schweren Brand berichtet. Dieses Feuer in der neuen Stadtmitte, bei dem der große Stall der Poststation/Centralhotel eingeäschert wurde, verlief trotz des großen Schadens noch relativ glimpflich, aber er zeigte deutlich, dass die Brandbekämpfung schon lange nicht mehr ausreichte.

Es gab aber über Cloppenburg auch viel Positives zu berichten. Zum Beispiel der neue Bahnhof an der Bahnlinie Oldenburg/Osnabrück. Als 1875 wiederum die Brandglocken läuteten, ahnte niemand, dass dieses Feuer das erste von drei verherrenden Schadensfeuern im Ortsteil Krapendorf war. Die Brandkatastrophen von 1875, 1877 und 1878 zeigten allzu deutlich die Unzulänglichkeiten der damaligen Brandbekämpfung. Über 100 Gebäude (Wohnhäuser, Werkstätten, Scheunen, Ställe und Schuppen ) wurden insgesamt vernichtet. Wahrlich eine große Katastrophe für die kleine Stadt. In der Not griff man damals nach jedem Strohhalm. Man war für alles “Neue“ zu haben, wenn es nur Besserung versprach. Daher war es ganz normal, dass sich ab 1875 immer mehr Cloppenburger Bürger mit der Idee eines gewissen Carl Metz aus Heidelberg anfreundeten. Metz, ein hochbegabter Techniker und Feuerspritzenhersteller hatte im Elsass (Frankreich) schon früh erkannt, wie wichtig eine wohl organisierte und geschulte Feuerwehrtruppe im Falle eines Brandes war. 1846 regte er in Durlach in Baden den Baumeister Christian Hengst zur Gründung eines Feuerwehrcorps mit “ Freiwilligen Mannschaften “ an. Die Mannschaften der in Frankreich bestehenden Feuerwehren, waren allesamt in Pompiercorps (Militär) zusammengefasst, alle militärisch gedrillt. Die Idee der “Freiwilligen Feuerwehren“ bewährte sich, sodass in Deutschland im Jahre 1877 schon 5985 freiwillige Feuerwehren bestanden.

Die größte Initiative für dieses “Neue” ging in Cloppenburg von drei angesehenen Bürgern aus. Das waren der Rektor Heinrich Fortmann und die Kaufleute Max Meyer ( später Thambusch-Meyer ) und Wilhelm Taphorn. Wiederholt beriefen diese drei Herren Versammlungen ein, bei denen ausgiebig über pro und contra einer freiwilligen Feuerwehr gesprochen wurde. So erfolgte auch zum 21. August 1879 eine Einladung zum Gastwirt Max Meyer (heute Burg Apotheke), am alten Cloppenburger Marktplatz. Drei Tage vor diesem Treffen, am Morgen des 18. August, wurde die Stadt von einem schweren Brand in der Osterstraße heimgesucht, dem mehrere Wohnhäuser, Werkstätten und Ställe zum Opfer vielen. Der Schock über dieses erneute schlimme Ereignis trug sicherlich dazu bei, dass die zahlreich erschienenen Cloppenburger Bürger bei der einberufenen Versammlung drei Tage später sich über die Gründung einer “Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Cloppenburg“ schnell einig wurden.Aufruf 1880

Nachdem das am selbigen Abend gewählte “Komitee“ innerhalb kürzester Zeit Statuten ausgearbeitet hatte, ging man im folgenden Jahr, am 14.01.1880, damit an die Öffentlichkeit. Mit einem groß aufgemachten “Aufruf” der freiwilligen Feuerwehr sowie einem beigegebenen Hinweis des Stadtmagistrats wurden die Bürger aufgefordert, der Wehr beizutreten. Die als Verein gegründete Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cloppenburg, war die erste derartige neue Feuerlöschorganisation im gesamten Oldenburger Münsterland, und ebenso wie die weiter bestehende städtische Feuerwehr, ein Teil der Feuerlösch- und Rettungsmannschaft der Stadt Cloppenburg. Wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit in einigen angrenzenden Gemeinden erst damit begonnen wurde, mit den Kauf von Brandspritzen das Gesetzt vom 3.August 1876, betreffend feuerpolizeilicher Vorschriften, in die Tat umzusetzen, war die Schaffung einer derartigen neuen Organisation für viele Bürger der Stadt sicherlich ein Wagnis. Man war gespannt, ob sich jetzt wirklich alles schlagartig zum Besten änderte. Wie war es in dieser Zeit in der Stadt Cloppenburg?

 

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cloppenburg:

Dem Aufruf folgten innerhalb kurzer Zeit 159 Cloppenburger Bürger. Die als Verein gegründete freiwillige Feuerwehr bekam von der Stadt eine Handspritze und übte mit großem Einsatz für kommende Einsätze. Jeder Handgriff an der Maschine musste sitzen, denn was nützt die schönste und beste Feuerspritze, wenn diese nicht richtig bedient werden kann. Man wollte, wie es Carl Metz vorschwebte, oCARL METZhne Entgelt und ohne ein Opfer zu bringen jeden Tag und Nacht bereit sein, dem Schadenfeuer energisch entgegenzutreten. Die Begeisterung der Wehrmänner war groß. Trotzdem dauerte es eine geraume Zeit, bis sich der “Turnerische Maschinendrill” bemerkbar machte. Das Wichtigste war aber der “neue” Umgangston innerhalb der Wehr, obwohl in der Mehrheit die gleichen Männer mitmachten. In Cloppenburg hatte in dieser Zeit die weiterhin bestehende Pflichtfeuerwehr die Verantwortung für den Feuerschutz. (Dieses blieb bis 1910 so.) Von Anfang an war das Bestreben der Wehrführung, durch Ausstattung mit guten Geräten und durch praktische Schulung der Wehrmitglieder für kommende Hilfe gerüstet zu sein. Schon im Jahre 1885 wurde die Arbeit mit der Ausrichtung des vierten Oldenburger Feuerwehrverbandstages belohnt.

Rektor Fortmann, der Mitbegründer der Wehr, war es auch, der aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1884 einen Spielmannszug aufstellte, aus dem sich später unter dem Tischlermeister Josef Bahlmann eine Blaskapelle entwickelte. Eine tolle Idee, die aus dem heutigen Stadt geschehen nicht mehr Fortzudenken ist! Ob bei Dienstabenden, Versammlungen oder öffentlichen Veranstaltungen, sie trugen viel zum guten Ruf der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Cloppenburg bei.

Im Jahre 1955 wurde dem Musikkörper ein Spielmannszug beigegeben, der im Laufe der Zeit ebenfalls über die Grenzen der Heimatstadt bestens bekannt geworden ist. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Wehr im Jahr 1904 wurde der 14. Feuerwehrverbandstag erneut nach Cloppenburg vergeben.

Obwohl vieles besser wurde, blieb die kleine Stadt Cloppenburg auch in den folgenden Jahren von großen Bränden nicht verschont. So brannte 1896 an der Löninger Straße fünf Wohnhäuser mit vielen Nebengebäuden nieder. Oder 1902, als in der Stadtmitte sechs Häuser nebst Nebengebäuden eingeäschert wurden.

Osterstraße 1904Eine besonders schlimme Feuersbrunst vernichtete 1904 nicht weniger als zwölf Wohnhäuser an der Osterstraße. Dieses Großfeuer, bei dem fast die halbe Osterstraße eingeäschert wurde, brachte ausgerechnet am Vorabend des 25-jährigen Jubiläums der Wehr, verbunden mit dem 14. Oldenburger Feuerwehr- Verbandstag, so viel Unglück über die Stadt. Von einem großen Brand ist erst im  Jahre 1912 wieder die Rede. Dieses Mal war es “Auf dem Berge“ wo vier Häuser mit Nebengebäuden zerstört wurden. Acht Jahre später, 1920, entstand an der Löninger Straße bei der Firma Meyer-Nachfolger ein schlimmes Schadensfeuer, dem mehrere Gebäude in diesem Umfeld zum Opfer vielen. Diese “großen“ Brände wurden jetzt aber seltener. Die freiwillige Feuerwehr, war ab 1910 die führende Organisation im Feuerlösch- und Rettungswesen der Stadt. Sie, und die weiterhin bestehende städtischen Pflichtfeuerwehr, für deren Brandgerätschaften 1908/11 sogar ein neues, größeres Spritzenhaus am Soestenweg geschaffen wurde, behielten jetzt immer häufiger die Oberhand bei Bränden. Es gelang jetzt wohl auch wegen des immer besser werdenden Materials, die Brände “klein“ zu halten. So zum Beispiel die Brände in der Brandgasse beim Hotel “Deutsches Haus“ und in der Mühlenstraße das Geschäftshaus Diekhaus im November 1920. Ein Meilenstein bei der Brandvorsorge in der Stadt Cloppenburg war dann die Bestellung einer Motorspritze für Pferde- und Handzug durch die Stadtverwaltung zum Jahresende 1920. Die Freude war verständlich groß, als sie Anfang Juli 1921 in Cloppenburg eintraf. Der erste Einsatz mit ihr wurde im Oktober des gleichen Jahres im Bether Moor gefahren. Dieser überaus erfolgreiche Einsatz war das Gesprächsthema in der Stadt, man war voll des Lobes über die Leistungen der Pumpe. Ihr großer Wert und die Leistungskraft wurden auch beim Brand Terwelp und Behrens in der Lange Straße 1922 bewiesen. 1926, am 10. September, starb einer der Hauptgründer der Wehr, Rektor a.D. Heinrich Fortmann. Mit ihm starb eine der größten und herausragendsten Persönlichkeiten, die Cloppenburg jeh beherbergte.

Obwohl Cloppenburg in den folgenden Jahren von Großfeuern  mit mehr als zwei Häusern verschont wurde, häufte sich die Zahl der einzelnen Totalschäden. Immer wieder war von Wasserproblemen die Rede. Daher war es gut, dass ein Großteil der Stadt ab 1930 mit Wasserleitungen und vielen Hydranten ausgestattet wurde, die jetzt einen schnelleren Einsatz ermöglichten, was besonders wichtig war, um Wasser zu liefern. Trotz dieser erfreulichen Neuerungen, dazu gehörten auch die jetzt im ganzen Lande eingeführte DIN – Normung von Feuerwehrgerätschaften und die Einführung von Minimax- Geräten, kam es immer wieder zu bedauerlichen Totalschäden. Besonders in den Randbezirken der Stadt kam es immer wieder vor, dass die Wehr trotz der immer besser werdenden Ausrüstung beim Abbrennen eines Hauses machtlos war. Diesem versuchte man entgegenzuwirken, in dem man die alten Handdruckspritzen in den Außenbezirken unterstellte. So eine in Ambühren, bei der Wirtschaft Alberding. In diesem Vorort wurde sogar eine eigene Feuerwehrgruppe Ambühren-Schmertheim gegründet, die aber weiterhin Cloppenburg unterstand. Eine weitere Spritze wurde in Bethen beim Bauern Albers an der Dorfstraße untergestellt. Die alte Krapendorfer Spritze fand ihren letzten Stellplatz im Wagenschur auf dem Hof Bixschlag in Vahren.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 machte sich auch in der Cloppenburger Wehr in den nächsten Jahren mehr und mehr bemerkbar. 1935 musste der Hauptmann der Wehr, August Reudink sen., sein Amt niederlegen. Wie so viele Personen war er schon 1933 von den damaligen Machthabern seines Amtes als Kreisbrandmeister enthoben worden. (Nach dem Krieg 1945 wurde er von der englischen Besatzungsbehörde wieder eingesetzt). 1936 wurden einheitlich die blaue Uniform und zeitweise der neue Name “Feuerlöschpolizei“ eingeführt. Auch in Cloppenburg konnten sich nicht alle mit dieser neuen Beschreibung anfreunden, man war stolz auf die Bezeichnung “Freiwillige Feuerwehr”. Man versuchte mit allen Mitteln, dieses zu umgehen. Deutlich zu erkennen an der schleppenden Umsetzung bei der Fahrzeugbeschriftung und bei Anzeigen in den Zeitungen. Genauso verhielt es sich mit der Umsetzung des Erlasses von 1937, die roten Feuerwehrwagen in Polizeigrün mit neuem Emblem umzuspritzen. Viele Kameraden hatten große Probleme und Schwierigkeiten, das so mitzumachen, die Anpassung war sehr schwierig. Schließlich blieb wie bei allen Freiwilligen Feuerwehren im Reich die Fahrzeugfarbe „ rot “, und unter dem neuen Polizeiemblem stand weiterhin „Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg “ .

Die Schlagkraft der Wehr war unterdessen durch die Anschaffung eines Feuerwehrautomobils mit Motorspritze 1935 erheblich gestiegen, womit jetzt auch die Randbezirke schnellstens erreicht werden konnten. Eine besondere Herausforderung war auch für die Cloppenburger Wehr die Zeit des zweiten Weltkrieges. Viele aktive Mitglieder der Feuerwehr wurden zum Kriegsdienst einbezogen und mussten durch Dienstverpflichtete ergänzt werden. Als eine Besonderheit dieser Zeit muss man die auch in Cloppenburg erfolgte Aufstellung einer aus jungen Cloppenburger Mädchen bestehenden “Feuerwehr-Helferinnenschar” und eine aus Jugendlichen gebildete “HJ-Feuerwehrschar“ betrachten. Die Ausbildung der “HJ-Feuerwehrschar” wurde intensiv vorangetrieben und es dauerte nicht lange, dass sie voll in den Brandschutz mit einbezogen wurden. Bei der “FW.-Helferinnenschar” verhielt es sich anders, sie trat kaum in Erscheinung. Wenn man von dem Luftangriff aus März 1941, bei dem erheblicher Sachschaden im Bereich der Löninger Straße und der Markthalle entstand, absieht, blieb Cloppenburg in den ersten Kriegsjahren Gott sei Dank von schweren Kriegsschäden verschont. Es waren 1941 und  später  einige Male immer noch “Notabwürfe”. Trotzdem waren die ständigen Luftalarme für die Wehrmitglieder eine starke Belastung. Besonders die vielen Hilfseinsätze nach den großen Bombenangriffen auf die Städte Bremen, Wilhelmshaven, Osnabrück, Oldenburg, Quakenbrück und Vechta belasteten die dabei gewesenen Wehrmänner sehr.

Lange Straße 1945_2Zum Kriegsende wurde Cloppenburg dann selbst noch schwer getroffen. Bei den schweren Bombenangriffen am 08. und 10. April 1945 wurde Cloppenburg überaus hart getroffen. Über 140 Tote, zahlreiche Verletzte und große Gebäudezerstörungen waren zu beklagen. Drei Tage später erreichte uns die Front. Bei den folgenden schweren Kämpfen entlang der Soeste, der neuen Hauptkampflinie quer durch die Stadt, ging nach Panzerbeschuss auch das neue Cloppenburger Wahrzeichen, der “Quartmannshof des Museumsdorfes“ mit seinen sieben Nebengebäuden in Flammen auf. Nach dem Ende der Kampfhandlungen begann für Cloppenburg eine chaotische Zeit. In dieser Zeit verlor die Wehr fasst ihre ganze Ausrüstung. Sofort nach dem Kriege im Mai 1945 wurde Bernd Südbeck vom Bürgermeister der Stadt und der britischen Militärverwaltung beauftragt, die Wehr neu aufzubauen und auszurüsten. Der später zum Stadtbrandmeister gewählte Bernd Südbeck verstand es mit Hilfe der Stadt in kurzer Zeit wieder eine schlagkräftige Feuerwehr aufzustellen. Fahrzeuge wurden beschafft, und schon im Jahre 1950 wurde ein neues Feuerwehrhaus an der Sevelter Straße bezogen. In diesen Jahren 1949/50, die von zähem Aufbauwillen geprägt waren, endeten wiederholt Großbrände leider mit Totalschäden. So zum Beispiel das Sägewerk Weßling im Jahre 1949 oder der Brand beim Bether Bauern Niemann und der Firma Schumacher im Jahre 1950.

Die Feuerwehruniform war in dieser Aufbruchzeit eine gern gesehene. Hierzu trugen auch die vielen Ständchen und Platzkonzerte der Feuerwehrkapelle ihren Teil bei. Es gab auch Schlimmeres. Am 23.10.1953 waren bei einem verheerenden Barackenbrand auf dem alten Cloppenburger Marktplatz zwei Todesopfer zu beklagen. Hier zeigte sich deutlich die schlimme Macht des Feuers.

Im Jahr darauf feierte die Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg ihr 75-jähriges und die Feuerwehrkapelle ihr 70-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde wiederum der Kreisfeuerwehrtag in die Kreisstadt vergeben.

Im Jahre 1957 wurde die Schlagkraft der Wehr durch die Übernahme des ersten Tanklöschfahrzeuges erheblich gestärkt und im April des Jahres wurde dem damaligen Stadtbrandmeister Bernd Südbeck das Feuerwehrverdienstkreuz II.Klasse verliehen. 1957 blickte der Cloppenburger Kreisbrandmeister August Reudink sen. auf 50 Jahre als Feuerwehrmann zurück. Für seine großen Verdienste im Feuerlöschwesen wurde ihm aus diesem Anlass das Feuerwehrverdienstabzeichen in Gold verliehen.

Von einem großen Schadensfeuer ist erst wieder aus 1959 zu berichten. Im Mai brannte der alte Meyerhof von Meyer-Berg in der Nähe der St.-Andreas-Kirche ab. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen auf andere Gebäude. Ein großer Verlust für Cloppenburg, und das nur, weil ein kleiner Junge mit Streichhölzern gespielt und das angrenzende Viehhaus in Brand gesetzt hatte. 1960 passte man sich mit dem Erwerb einer gebrauchten Drehleiter DL 20 den Bedürfnissen der größer werdenden Stadt an. Überhaupt verstanden es alle Stadtbrandmeister nach dem Wiederaufbau 1945, die Cloppenburger Feuerwehr Mannschafts-  und Maschinenmäßig auf der Höhe zu halten und zu verbessern. Besonders der 1961 übernommene neue VW “Kreis- Krankentransportwagen“ muss hervorgehoben werden. Wenn man bedenkt, dass bis zu diesem Zeitpunkt vereinzelte Krankentransporte mit dem LF8 durchgeführt wurden, war die Anschaffung dieses Fahrzeuges ein gewaltiger Sprung nach vorne. Über einen langen Zeitpunkt wurden von Cloppenburger Kameraden mit diesem Fahrzeug Hilfsfahrten durchgeführt, denn ab den 60er Jahren wurde die Wehr auch immer öfter infolge des hohen Verkehrsaufkommens bei Unfällen hinzugezogen.

Eine andere Art von Hilfeleistung entstand nach den großen Deichdurchbrüchen im Februar 1962 in der Wesermarsch. Unter Führung des Kreisbrandmeisters August Reudink beteiligte sich auch die Cloppenburger Wehr an mehreren Kolonnenfahrten, die Sand in das Katastrophengebiet fuhren oder zu Deicharbeiten an der Küste eingesetzt wurden. Wenn Cloppenburg in den folgenden Jahren auch von Brandkatastrophen verschont  blieb, gab es eine Vielzahl an Großbränden, die der Wehr alles abverlangten, von materiellen Werten ganz zu schweigen. Gott sei Dank konnten jetzt auch immer mehr Wehren Tanklöschfahrzeuge in ihren Besitz nehmen und in Nachbargemeinden aushelfen. Folge davon war, dass sich die Brände nicht mehr so ausdehnten. Oktober 1962 wurde dem ehemaligen Hauptmann der Wehr und langjährigen Kreisbrandmeister a.D., August Reudink sen., die höchste deutsche Feuerwehrauszeichnung das Fw.-Ehrenkreuz 1. Stufe verliehen.

Ende 1963 wurde Cloppenburg nach einigen ruhigen Jahren wieder von einem schweren Brand heimgesucht. Während eines schweren Unwetters traf der Blitz eine von 70 Italienern bewohnte Baracke auf dem damaligen Spreda-Betriebsgelände, die innerhalb von 20 Minuten mit zwei daneben stehenden Arbeits- und Materialbaracken restlos vernichtet wurden. Dank der Hilfe von Cloppenburger Geschäftsleuten wurden alle Gastarbeiter innerhalb kurzer Zeit materiell abgefunden. Ein zweites schweres Feuer regte lange Zeit zum Nachdenken an. Bei einem Brand in der Bauernschaft Stalförden, bei dem eine Scheune und ein Stall vernichtet wurden, ereignete sich eine Tragödie. Der Hoferbe kam in der brennenden Scheune zu Tode. 1964 wurde in Cloppenburg aus Anlass des 85-jährigen Bestehens der Wehr der Kreisfeuerwehrtag in der Kreisstadt abgehalten. Am Vorabend des Festes gab die Feuerwehrkapelle, sie wurde 80 Jahre alt, ein öffentliches Konzert in der Walhalla. Die enge Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Wehr und der Kapelle kam durch den überwältigenden Besuch zum Ausdruck, das Haus war buchstäblich bis auf den letzten Platz besetzt. 1969 veranstaltete die Feuerwehr aus Anlass ihres 90-jährigen Bestehen einen großen Tag der offenen Tür. Unter dem Motto “Menschen, Gefahren, Sensationen“ wurden auf dem Marktplatz Rettungsübungen unter Mitwirkung des DRK, THW und Bundeswehr durchgeführt. Zum Abschluss des Geburtstages wurde dann die Bevölkerung zu einem Wunschkonzert mit den Goorden Highlanders, einer schottischen Militärkapelle, in die Münsterlandhalle eingeladen. Voller Marktplatz und volle Münsterlandhalle sprachen dafür, dass die Bevölkerung angesprochen war. 1972 durften Wehr und Stadt eine stattliche Anzahl an Gästen zur 51. Niedersächsischen Feuerwehr- Landesdeligiertentagung in der Stadt Cloppenburg willkommen heißen. Drei Tage lang reihten sich Vorstandssitzungen, Verbandsversammlungen und Fachtagungen auf. Gleichzeitig fanden im Stadion eine  Ausstellung und Vorführung von Feuerwehrgeräten durch den Fachhandel und anderen Organisationen statt. Ein Höhepunkt dieser Delegiertentagung war der große Kameradschaftsabend unter Mitwirkung von zwei Feuerwehrmusikzügen und einer Tanzkapelle. Wieder war es ein voller Erfolg.

Zum Ende des gleichen Jahres wurde der Kreis von einer großen Sturmkatastrophe heimgesucht, die im engeren Stadtgebiet und den umliegenden Wäldern große Schäden verursachte. Besonders der enorme Windbruch in den umliegenden Wäldern machte zwei Jahre später allen Feuerwehren bei den zahlreichen Waldbränden schwer zu schaffen. Allen Feuerwehrmännern werden die schweren Brände an der Talsperre und im Baumweg immer in Erinnerung bleiben. 1979 blickte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cloppenburg als erste im Oldenburger Münsterland auf 100 Jahre zurück. Der Kreisfeuerwehrtag, wegen des Jubiläums an die Kreisstadt vergeben, wurde mit einem Festkonzert der FW-Kapelle und des FW-Spielmannszuges und Wettkämpfen gefeiert. Hier zeigte wiederum die Bevölkerung, dass sie mit der Wehr fest verbunden ist.

In all diesen Jahren musste die Wehr ihr Können immer wieder unter Beweis stellen. Trotz der inzwischen hervorragenden technischen Möglichkeiten wurden Jahr für Jahr immer wieder Totalschäden bei Großbränden beklagt. Wie kompliziert und gewaltig ein Brand sich ausbreiten kann, zeigte das Schadensfeuer im  Betrieb II der Kalkhoff-Werke in Emstekerfeld im Jahre 1983. Zur Brandbekämpfung wurden außer der Cloppenburger Wehr noch sieben weitere auswärtige Wehren angefordert. Die schlimme Macht zeigte sich auch wiederholt in den 90er Jahren. Bei einem Diskothekenbrand 1992 war die Bevölkerung doch sehr betroffen, als durch die Presse bekannt wurde, wie leichtfertig und gedankenlos mit dem Leben und der Gesundheit der Gäste gespielt wurde. Bei den Löscharbeiten der über 60 Feuerwehrleute von Cloppenburg, Molbergen und Emstek wurden erhebliche Mängel beim Brandschutz festgestellt. Gott sei Dank brach das Feuer nicht während der Geschäftszeiten aus. 1995  kam es in Emstekerfeld in einen Neubaugebiet zu einem Hausbrand mit verheerenden Folgen. Durch die engen und völlig zu geparkten Straßen kamen  die Fahrzeuge der Feuerwehr nicht schnell und dicht genug zum Brandort. Als schließlich einige nur über große Umwege vor Ort ankamen, hatten die Flammen vom ursprünglich brennenden Carport längs auf das ganze Wohnhaus übergegriffen. Ein enorm hoher Sachschaden war entstanden, und das nur, weil immer mehr Autos die Straßen zum Parken missbrauchen.  Leider ein Problem, was in vielen Neubaugebieten immer wieder zu beobachten ist. Dieses Feuer zeigte aber wieder ganz deutlich, dass auch  in der heutigen Zeit die Feuerwehr wie auch die übrigen Rettungsorganisationen sich immer wieder mit neuen Problemen herumschlagen müssen. Der einzelne Bürger müsste und sollte hier einmal nachdenken, dann würde es erst gar nicht soweit kommen. Was nicht ist, kann ja noch werden.

1996 berichteten alle Medien vom Großbrand des neu zu erstellenden Rathauses der Stadt Cloppenburg. Nach Lötarbeiten kurz vor der Fertigstellung entstand ein Feuer, welches innerhalb von Sekunden den Dachstuhl vernichtete. Über 100 eingesetzte Feuerwehrleute brauchten zwei Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Ein Plus war wiederum die gute Zusammenarbeit der beteiligten Wehren. Die Einsatzleitung lag in den bewährten Händen des damaligen Kreisbrandmeisters Johannes Stör , dem im gleichen Jahr wegen seiner Verdienste im Feuerlöschdienst, dass Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold (Silber schon 1984) verliehen wurde. 1997 wurde die Freiwillige Feuerwehr mit der Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages beauftragt. Zwei Wochen vor dem Fest wurde unter großer Beteiligung im Feuerwehrhaus die neue Fahne eingeweiht. Das eigentliche Kreisfeuerwehrfest wurde mit einem Wunschkonzert in der festlich geschmückten Markthalle in Zusammenarbeit mit der Feuerwehrkapelle und des Feuerwehr-Spielmannszuges gefeiert. Auch hier zeigten sich die umliegenden Wehren und die Bevölkerung wieder einmal positiv.

Um die Jahrhundertwende wurde die Kreisstadt innerhalb von drei Jahren zweimal von schwersten Regenfällen überrascht. Vor allem beim zweiten “Landunter” im Jahre 2001 verursachten die schweren Gewitter mit ihren Wasserfluten Schäden in Millionenhöhe. Nach diesem schweren Unwetter, bei dem alleine in Cloppenburg zwei Firmendächer durch die Wassermassen einbrachen, wurde die Cloppenburger Wehr wiederum von den umliegenden Wehren und dem THW unterstützt. Über 150 Feuerwehr- und THW-Männer waren im Einsatz. Erschreckend, dass sich solche Einsätze häufen. Vor allem machten sich seit längerem die stetig steigenden Hilfeleistungen, vor allem bei Verkehrsunfällen, bemerkbar. Verlangen doch gerade diese Einsätze den Hilfskräften alles ab. Auch wenn Emotionen während des Einsatzes verdrängt werden, die Erinnerung bleibt.

FeuerwehrhausSeit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in 1879 hat sich vieles verändert. Das im November 1983 bezogene Feuerwehrhaus  entspricht nach dem jetzt erfolgten Anbau allen Erfordernissen. Mit den vorhandenen Fahrzeugen und der Geräteausstattung ist die Wehr, die zurzeit aus ca. 70 aktiven Feuerwehrleuten besteht, für alle anfallenden Einsätze gut gerüstet. Darüber hinaus besteht seit 1969 eine aus 25 Jungen und Mädchen bestehende Jugendfeuerwehr, aus der in den vergangenen Jahrzehnten schon so mancher mit Erreichung des 18.Lebensjahres von der aktiven Wehr übernommen wurde.

Darüber hinaus wurden im Jahre 2001 von Privatpersonen und Geschäftsleuten ein Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Cloppenburg e.V. gegründet. Dieser Verein macht es sich zur Aufgabe, die Aktivitäten der Cloppenburger Wehr zu unterstützen. Die Alarmierung, sei es mit “Piepser” oder über die altbewährte Sirene bei Vollalarm, erfolgt seit dem 14.08.2012 von der Großleitstelle in Oldenburg. Von hier werden alle Hilfskräfte bei Hilfs- und Brandeinsätzen erfolgreich geleitet. Die stille Alarmierung bei Unfällen hat sich überaus gut bewährt und ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Der Gefahr einer drohenden “Anonymität” wurde dadurch entgegengewirkt, dass bei Brandeinsätzen die Feuerwehrmänner per Sirene zum Einsatz angefordert werden. Die Bürger der Stadt können daher nach dem “Krach” beruhigt die Signaltöne der ausfahrenden Einsatzfahrzeuge zur Kenntnis nehmen, wohl wissend, dass es in unserer Stadt immer Menschen geben wird, die, sei es aus Tradition oder einfach aus Idealismus, sich der freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung stellen.

Zum Schluss dieses Rückblickes gebührt dem Rat und der Verwaltung der Stadt Cloppenburg ein großes Lob, da sie sich den Wünschen und Notwendigkeiten der Freiwilligen Feuerwehr stets aufgeschlossen zeigten.

Möge es zum Wohle aller Bürger und unserer Stadt so bleiben,

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

 

Ein geschichtlicher Rückblick von Wolfgang Imsiecke