Was gilt es bei der Wiederbelebung zu beachten?

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Untersuchungen haben ergeben, dass 90 Prozent aller Kreislaufstillstände, die mit  Elektroschocks (Defibrillation) in den ersten zehn Minuten behandelt wurden, die Erfolgschancen am größten sind. Daher sieht man in Bahnhöfen und an anderen öffentlichen Plätzen immer häufiger Koffer mit Defibrillationsgeräten an Wänden oder Säulen. Diese AED-Geräte (automatisierte externe Defibrillation) funktionieren vollautomatisch und führen mit Sprachanweisungen von einem Handgriff zum nächsten. Sie sind daher auch für Laienhelfer geeignet.

Vor Beginn der Wiederbelebung müssen folgende Punkte vorliegen:

  • Bewusstlosigkeit: Ist der Patient ansprechbar?
  • Notruf abgesetzt?

Sprechen Sie den Patienten an und testen Sie seine Reaktion auf sanftes Rütteln. Wenn er nicht reagiert, überstrecken Sie den Hals. Überprüfen Sie, ob der Brustkorb sich bewegt, und fühlen Sie die Atembewegung mit Ihrer Wange über seinen Atemwegen.

  • Atmung vorhanden
  • Bringen Sie den Patienten in die stabile Seitenlage.

Holen Sie bzw. lassen Sie jetzt Hilfe holen. Überprüfen Sie jedoch weiter die Atmung bis die Person wieder erwacht oder der Notarzt den Patienten übernimmt.

  • Keine Atmung vorhanden

Wenn der Patient nicht atmet, kann man davon ausgehen, dass auch sein Kreislauf stillsteht. Beginnen Sie deshalb umgehend mit der Herzmassage.

Drücken Sie das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs 30 Mal etwa vier bis fünf Zentimeter nach unten.

Beatmen Sie dann zwei Mal je eine Sekunde lang mit dem Mund zur Nase und starten anschließend wieder die Herzmassage.

Setzen Sie die Maßnahmen solange fort, bis der Notarzt übernimmt oder bis der Patient wieder eine selbstständige Atmung hat.

  • Wenn die bewusstlose Person wieder Atem zeigt, legt man sie vorsichtig in die stabile Seitenlage, so dass sie nicht an eigenem Schleim oder Erbrochenem ersticken kann bzw. die Atmung durch den nach hinten fallenden Zungengrund behindert werden kann.

Überwachen Sie nach der erfolgreichen Wiederbelebung des Patienten den Atem, bis der Notarzt übernimmt.

Wichtig: Wenn der Patient wiederbelebt worden ist und sein Bewusstsein wiedererlangt hat, kann er unter einem Schock stehen. Beruhigen Sie Ihn durch Zureden, und erzählen Sie ihm, was geschehen ist, bis der Notarzt übernimmt.

Atemspende:

Legen Sie den Patienten auf den Rücken.

Beugen Sie den Kopf des Patienten vorsichtig in den Nacken und verschließen Sie dessen Mund, so dass keine Luft entweichen kann. Umfassen Sie nun mit Ihren Lippen dessen Nase und beatmen ihn eine Sekunde lang.

Erwachsene werden ca. zwölfmal in der Minute beatmet, Kinder je nach Körpergewicht bis zu 40mal.

Herzdruckmassage:

Legen Sie den Patienten auf eine harte Unterlage!

Platzieren Sie Ihre Hand in der Mitte des Brustbeins. Legen Sie Ihre andere Hand zentral Richtung Kopf auf das Brustbein und drücken Sie dies in rhythmischen Bewegungen gleichmäßig drei bis fünf Zentimeter Richtung Wirbelsäule.

Bei Erwachsenen komprimiert man etwa 100mal in der Minute. Bei Kindern ist dieser Rhythmus schneller (ca. 140mal/min).

Herz-Lungen-Wiederbelebung:

Sorgen Sie, wenn möglich, dafür, dass Ihnen jemand hilft.

Starten Sie mit 30 mal Drücken auf das Brustbein, danach wird zweimal je eine Sekunde beatmet, danach drücken Sie wieder 30 mal usw. Daraus ergibt sich ein Rhythmus von 30 Thoraxkompressionen und zwei Atemspende. Dieser Rhythmus gilt unabhängig ob ein oder zwei Helfer vor Ort sind.

Wichtig: Diese Maßnahmen können nur dann sicher erfolgreich angewandt werden, wenn sie vorher regelmäßig geübt worden sind.